Alle Prohormone und Anabolika Steroide sind im Grunde Abwandlungen von Testosteron und haben zwei verschiedene Wirkungsweisen.

1. Anabole Wirkung: Förderung von Zellwachstum (Muskelaufbau)
2. Androgene Wirkung: Auswirkungen auf die Entwicklung von männlichen Geschlechtsmerkmalen.

Diese zwei Wirkungsweisen bestimmen massgeblich wie ein Stoff seine Wirkung entfaltet und wie dieses Produkt optimal gestackt wird. Die androgene Wirkung wird in der Umgangssprache oft einfach als „Nebenwirkung“ beschrieben.

Beispiele für anabole Wirkungen sind:
• erhöhte Proteinsynthese aus Aminosäuren (führt zu Muskelwachstum)
• gesteigerter Appetit
• erhöhter Knochenbau und Wachstum
• Anregung von Knochenmark, Produktion von roten Blutkörperchen
• Anregung zur Bildung von Muskelzellen, was zu einer Zunahme der Grösse und Stärke der Muskulatur führt

Die androgene Wirkung von Prohormonen, Anabolika und Steroiden ist stark abhängig von der Dauer der Anwendung und der Dosierung.

Androgene Wirkungen umfassen, sind aber nicht beschränkt auf :
• Wachstum der Klitoris bei Frauen und Penis bei Männern
• Vermehrte Talgdrüsen Öl-Produktion was zu Akne führt
• vermehrte Körperbehaarung (Scham, Bart, Brust, Leib und Haare).
• Vertiefung der Stimme.
• gesteigerte Libido
• Unterdrückung der körpereigenen Produktion von Sexualhormonen, insbesondere Testosteron
• beeinträchtigte Produktion von Spermien.

Das Verhältnis der anabolen zu der androgenen Aktivität eines Anabolika Steroids ist ein wichtiger Faktor bei der Bestimmung der klinischen Anwendung. Die Forschung sucht nach Stoffen welche eine hohe anabole und niedrige androgene Wirkung aufweist, dh. ein hohes anabol zu androgen Verhältnis. Am Beispiel von Anavar wäre das ein Verhältnis von 322:24 (Referenz Testosteron 100:100). In Worten ausgedrückt hat Anavar die 3fache anabole Wirkung von Testosteron bei einer androgenen Wirkung von einem Viertel. Dies ist vor allem wichtig für Produkte, welche auch an Kinder oder Frauen verabreicht werden sollen.

Verbindungen mit einem tiefen Verhältnis von anabolen zu androgenen Effekten sind in der Androgen-Ersatztherapie bevorzugt (wie beispielsweise die Behandlung mit Testosteron von Hypogonadismus bei Männern mit einem Verhältnis von 100:100). Verbindungen mit einem hohen anabolen zu androgenen Verhältnis werden bei Blutarmut und Knochenschwund bevorzugt sowie in der Aids Therapie um dem Gewichtsverlust entgegen zu wirken(bspw. mit Deca Durabolin/Nandrolon mit einem Anabol:Androgen Verhältnis von 125:37).

Es wäre nun einfach anzunehmen ein Produkt mit einer hohen anabolen und niedrigen androgenen Wirkung bringe die wenigsten Nebenwirkungen und die besten Resultate mit sich. Wir möchten darauf hinweisen, dass im Bodybuilding das Produkt mit der höchsten anabolen und niedrigsten androgenen Wirkung NICHT unbedingt die beste Wirkung bringt. Eine gewisse androgene Wirkung ist zudem für die normale Funktion des Körpers absolut notwendig.

Wir werden in einem unserer nächsten Beiträge näher auf dieses Thema eingehen und die optimale Kombination von Produkten/Stacking erläutern.